Aus der Geschichte des MBCS |
| Damals war's.... Hans Georg Rischmüller und Luciano Perissinotto erzählen aus der Gründerzeit aufgezeichnet von Thomas Amtage | |
| "Vor mehr als 30 Jahren gab es an der ganzen Unterelbe ausschließlich Seglervereine. Motorbootfahrer fristeten ein Schattendasein. Sie wurden gar nicht oder nur zu einem bestimmten Prozentsatz aufgenommen. Mit der Gründung des MBCS haben wir damals in ein richtiges Wespennest gestochen. Bereits nach zwei Monaten, zur ersten Hauptversammlung im Januar 1970, war der Mitgliederbestand von ursprünglich 13 auf 46 Mitglieder angewachsen und der Trend hielt weiter an. Natürlich stellten die Mitglieder auch Ansprüche an den neuen Club. In erster Linie erwartete man einen Liegeplatz, der Schulauer Hafen platzte damals schon aus allen Nähten. In der Anfangsphase wurden die Schiffe auf drei Häfen verteilt: den Tonnenhafen, den Ölhafen und den Auehafen. Ein auf Dauer unhaltbarer Zustand. | |
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| Nicht kleckern, sondern klotzen war schon damals die Devise unseres ersten Vorsitzenden Günther Steffen. "Im Rahmen des Deichbaus dürfte es kein Problem sein, das gesamte Gelände zwischen den Sommerdeichen und der Aubrücke zu überfluten und dort Liegeplätze für 3000 bis 4000 Motorbootfahrer und Segler zu schaffen." Fünf Millionen Mark waren nach Meinung von Günther Steffen erforderlich um diese großzügige Lösung zu realisieren. Leider fanden sich keine Geldgeber für diesen Plan. Auch wenn dieser Plan nicht verwirklicht wurde, unser Vorstand gab noch lange nicht auf. Im April 1971 wurde das Projekt "Fährmannsaue" vorgestellt. Nach den Vorstellungen der Planer sollte das gesamte Gebiet von Scholenfleth bis Schulau in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden. Liegeplätze für 800 Boote Ruderstecke, Freizeitpark, Freibad, Restaurants und ein Motel sollten hier geschaffen werden. Bereits 10 Monate nach dieser Ankündigung erklärten sich Wedels Politiker bereit dieses Projekt zu fördern. Diese planten sogar das Autal mit einzubeziehen und Wanderwege bis zum Klövensteen einzurichten. Wie würde Wedel heute aussehen, wenn dieser Plan verwirklicht worden wäre. Zunächst platzten unsere vorhandenen Hafenanlagen aus allen Nähten. Neue Schlengel mussten her, um zusätzliche Liegeplätze zu schaffen, aber woher nehmen und nicht stehlen? Als Lösung bot sich der Kauf alter Schlengel aus der Brunsbüttler Schleuse an. Die Schlengel zu kaufen war kein Problem, doch wie sollten wir sie nach Wedel schaffen? Einzige Möglichkeit: Wir müssen sie mit unseren Booten schleppen. Nachdem die hierfür notwendigen Maßnahmen mit der Wasserschutzpolizei abgeklärt waren, ging es los.Wer damals eine solche Fahrt mitgemacht hat, wird diese so schnell nicht vergessen. | |
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| Neben dem Kapitän war ein Mitglied der Jugendgruppe wichtigster Mann an Bord der Schleppschiffe. Das Jugendgruppenmitglied war als Steward eingeteilt und hatte die Aufgabe die übrige Besatzung mit Kaffee und anderen stärkenden Getränken zu versorgen. Mit viel Elan und persönlichem Engagement bauten wir unsere Hafenanlagen aus Ein großes Festzelt wurde angeschafft, es diente uns in der Anfangszeit als Clubheim und als Ort für die vielen Feiern, die wir veranstalteten. Egal ob Inselfest oder Herbstball, immer waren unsere Veranstaltungen gut besucht und man dachte schon über die Gründung einer eigenen Band nach. Bereits zwei Jahre nach Gründung des MBCS errichteten wir unser Clubhaus. Wir waren voller Stolz über das Erreichte und hofften, dass wir uns nun endlich ein wenig zurücklehnen konnten. Doch weit gefehlt! Das Jahr 1973 war das schwärzeste in der Geschichte unseres noch jungen Vereins. Insgesamt fünf Sturmfluten suchten 1973 unseren Hafen und unser Clubgelände heim. Die sonst ehr beschauliche Wedeler Au verwandelte sich in einen reißenden Strom, das Clubhaus brach zusammen wie ein Kartenhaus und unsere Schiffe und Schlengel fanden wir in den benachbarten Apfelgärten wieder. Überliefert ist die Geschichte, nach der unser Sportfreund Jochen Krimling durch das hüfthohe Wasser gewatet ist und sein Boot an einem Tampen wieder aus dem Apfelgarten gezogen hat. Insgesamt richteten die Sturmfluten einen Schaden von 60.000,-DM an. Es half alles nichts, wir mussten in die Hände spucken und von vorn beginnen. Aber auch in diesen schweren Wochen und Monaten kam der Frohsinn nicht zu kurz. Während draußen Sturm und Regen peitschten feierten wir im November 1973 ein rauschendes Herbstfest. Mehr als 200 Gäste waren in die Strandbadgaststätte gekommen, um den Alltag und die viele Arbeit einmal für ein par Stunden zu vergessen. Einer der Höhepunkte des fröhlichen Abends war der Auftritt der Jugendgruppe des MBCS. Vom ersten Vorsitzenden Günther Steffen auf dem Akkordeon begleitet, sangen sie Shanties und Seemannslieder und rissen die Ballbesucher zu wahren Beifallsstürmen hin. Frei nach dem Motto: "Es gibt viel zu tun, packen wir es am!" ging uns die Arbeit flott von der Hand. Wenn uns einmal der Hunger übermannte, oder die Getränke ausgingen, wurde kurzerhand ein Boot in die Lühe geschickt, um bei "Stubbe" für Nachschub zu sogen. Inzwischen war der MBCS auf 200 Mitglieder angewachsen, besonders stolz waren wir auf unsere 70-köpfige Jugendgruppe Als der neue Landesdeich fertiggestellt wurde, war unser Gelände endlich vor Hochwasser geschützt. Jetzt brauchten wir unsere Boote nach Saisonende nicht mehr zu einem entfernten Winterlagerplatz bringen, sondern konnten sie aufgebockt auf der Wiese überwintern lassen. Im April 1979 bedienten wir uns erstmals einer neuen Methode um unsere Schiffe zu Wasser zu lassen, ein Kran nahm uns das zeitaufwendige Slippen ab. Innerhalb weniger Stunden waren alle Boote im Wasser. Langsam wurden die Arbeiten an unseren Hafenanlagen weniger und unser eigentliches Hobby, der Wassersport trat in den Vordergrund. Der MBCS bewegte sich nach und nach in immer ruhigerem Fahrwasser. Einige Stürme kamen noch bei diversen Personalentscheidungen auf, doch im Großen und Ganzen entwickelte sich unser Clubleben zufriedenstellend." | |
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